
Archäometrie und Denkmalpflege –Vom Material zur Geschichte
Im Arbeitskreis Archäometrie und Denkmalpflege haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammengeschlossen, die mit naturwissenschaftlich-technischen Methoden und ihrem materialspezifischen Fachwissen zur Erforschung und Erhaltung von Kunst- und Kulturgut beitragen. Der Arbeitskreis dient dem fachlichen Austausch untereinander und als Schnittstelle für den Kontakt zwischen Natur- und Geisteswissenschaften.


Wissenschaftliche Ziele des Arbeitskreises sind die Intensivierung des Erfahrungsaustausches unter den Mitgliedern, die auf dem Grenzgebiet zwischen Altertumswissenschaften, Kunstgeschichte und Naturwissenschaften arbeiten, und die Vermittlung neuer Kontakte zwischen Naturwissenschaftlern und Geisteswissenschaftlern. Außerdem soll das Arbeitsfeld innerhalb der Geo- und Materialwissenschaften weiter propagiert, aber auch der interessierten Öffentlichkeit nähergebracht werden. Darüber hinaus wird eine verstärkte Implementierung in der Lehre sowohl geisteswissenschaftlicher wie naturwissenschaftlicher Fächer angestrebt. Die Ausbildung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf diesem Spezialgebiet ist ein zentrales Anliegen des Arbeitskreises.
Die Archäometrie befasst sich mit der Erforschung kulturhistorischer Fragestellungen mittels naturwissenschaftlicher Methoden. Dabei werden einzelne Objekte oder Objektgruppen (bspw. Keramik, Glas, Metall, Stein, Pigmente, Biomineralisate und Organika) sowie Material archäologischer Befundumgebungen wie Böden und Sedimente untersucht. Dies beinhaltet auch Forschungen zum Paläoklima und der Landschaftsgenese. Darüber hinaus gehören anthropologische, archäozoologische und paläobotanische Untersuchungen sowie im weiteren Sinne die Prospektion von Fundstellen zum Repertoire der Archäometrie. Neben archäologischem Fundmaterial ist kunsthistorisches Sammlungsgut ein weiteres zentrales Betätigungsfeld der Archäometrie. Ein wichtiges Ziel ist, mit der jeweils fachspezifischen Methodik und Sachkompetenz zur Rekonstruktion vergangener Technologien und Lebenswelten beizutragen und die Erkenntnisse im Sinne unserer heutigen Lebensweise zu nutzen. Zentrale Fragestellungen betreffen die Materialidentifizierung und -charakterisierung, die Provenienz von Roh- und Werkstoffen, Gewinnungs-, Verarbeitungs- und Herstellungstechniken, Ernährung, Gesundheit und Migration in vormodernen Gesellschaften, die Datierung von Objekten und Ereignissen sowie die Rekonstruktion von lokalen wie überregionalen Umweltbedingungen. Unter dem Blickwinkel des Erhalts von mobilem Kulturgut werden auch Ursachen und Wirkungen von Korrosionsprozessen etc. untersucht.
Im Bereich der Denkmalpflege liegt der Fokus auf dem Aspekt der Erhaltung von nicht-mobilem Kulturgut als Teil unseres kulturellen Erbes. Innerhalb dieses Aufgabengebiets beschäftigen sich Forschende insbesondere mit Erscheinungsbildern und Ursachen von Schädigungsprozessen an Bauten und Baumaterialien, der Charakterisierung von Konservierungsmaterialien und mit Aspekten der präventiven Konservierung, einschließlich der Entwicklung von Konservierungsmaterialien.
News aus dem Arbeitskreis
Arbeitskreissprecher
Dr. Andreas Kronz
Universität Göttingen
Geowissenschaftliches Zentrum
Abt. Mineralogie
Goldschmidtstraße 1
37077 Göttingen
Tel.: +49(0)551 39 29336
E-Mail: akronz@gwdg.de
Stellv. Arbeitskreissprecherin
Dr. Katrin Westner
Forschungsbereich Archäometallurgie
Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Am Bergbaumuseum 31
44791 Bochum, Germany
Tel.: 0234/28253829
E-Mail: Katrin.Westner@bergbaumuseum.de