Kristallographie –Alles dreht sich um die Symmetrie

Die DMG-Sektion Kristallographie bringt Personen zusammen, die kristallographische Methoden und Prinzipien auf mineralogisch-materialwissenschaftliche Fragestellungen anwenden. Diese Anwendungen sind bei Weitem nicht nur auf die reine Analyse der Kristallstrukturen von Mineralen beschränkt, sondern umfassen auch vielfältige Untersuchungen der Zusammenhänge zwischen Struktur und Eigenschaften natürlicher und synthetischer kristalliner Materialien. Dementsprechend gibt es zahlreiche Bezüge zur Nutzung von Mineralen und geo-inspirierten Materialien, beispielsweise in der Energiespeicherung, in Solarzellen oder in der Entfernung von Umweltschadstoffen.

Ein wesentliches Ziel der Sektion ist die Bündelung kristallographisch-mineralogischer Methodenkompetenz zur Untersuchung von Struktur-Eigenschafts-Beziehungen. Während die Röntgenbeugung die Bestimmung von Kristallstrukturen und Phasenzusammensetzungen ermöglicht, spielen heute auch diverse andere Methoden wie Elektronenmikroskopie und Elektronenbeugung, Neutronenbeugung, Schwingungsspektroskopie, Kernresonanzspektroskopie und Röntgenabsorptionsspektroskopie eine wichtige Rolle bei der umfassenden Materialcharakterisierung. Mit sogenannten in-situ-Methoden können Materialien unter definierten Bedingungen, beispielsweise bei hoher Temperatur oder unter hohem Druck, untersucht werden. Dieses ermöglicht direkte Einblicke in geologisch relevante Szenarien, z.B. das Verhalten von Mineralen unter Bedingungen des oberen Erdmantels, wie auch in industrielle Prozesse, z.B. Hochtemperatursynthesen. Daneben kann die atomistische Modellierung, beispielsweise mit Dichtefunktionaltheorie, dabei helfen, Struktur-Eigenschafts-Beziehungen besser zu verstehen.

Die DMG-Sektion „Kristallographie“ fungiert als Bindeglied zwischen kristallographischer Methodenentwicklung und angewandt-mineralogischer Materialforschung. Innerhalb der DMG gibt es seit Langem eine intensive Zusammenarbeit mit der Sektion „Angewandte Mineralogie“, die sich insbesondere in der Organisation des gemeinsamen Sektionstreffens (Workshops) niederschlägt. Daneben gibt es unterschiedliche Querbezüge zu anderen Fachgesellschaften, insbesondere zur Deutschen Gesellschaft für Kristallographie (DGK).

Die DMG-Sektionen „Kristallographie“ und „Angewandte Mineralogie“ organisieren traditionell einen gemeinsamen Workshop. Dieser findet traditionell jedes Jahr im Frühjahr in Bad Windsheim statt. Der Workshop bietet insbesondere Nachwuchswissenschaftler*innen ein Forum, um ihre Forschung in einer entspannten Atmosphäre zu präsentieren und zu diskutieren, wobei die Programmgestaltung hinreichend Zeit für Diskussionen außerhalb der Vortragssessions lässt. Der Workshop wird seit 2025 in englischer Sprache durchgeführt, zuletzt mit knapp über 30 Teilnehmenden. Daneben beteiligt sich die Sektion aktiv an der Organisation von Sessions mit mineralogisch-kristallographischem Bezug bei den Jahrestagungen der DMG sowie bei der alle vier Jahre stattfindenden „European Mineralogical Conference“ (EMC).

News aus der Sektion

Kristallographie

Einblicke in die Angewandte Mineralogie und Kristallographie – Elena Sturm

Mit der Interviewserie „Angewandte Mineraloginnen und Kristallographinnen“ stellt die DMG Menschen und Forschungsfelder aus beiden Sektionen vor. In dieser Ausgabe gibt Elena Sturm von der LMU München Einblicke in ihre Arbeit zu Geomaterialien in Technik und Umwelt sowie in die Forschung an nanostrukturierten und Kompositmaterialien.

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Kristallographie

DMG-Workshop 2026 in Bad Windsheim

Ein Tagungsbericht von Paula Sablowski über den gemeinsamen Workshop der DMG-Sektionen „Angewandte Mineralogie“ und „Kristallographie“ 2026 in Bad Windsheim mit Schwerpunkten auf Industrieaustausch, Nachwuchsförderung und aktuellen Forschungsfeldern.

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