2026 – Jens Götze

Mit der Georg-Agricola-Medaille würdigt die Deutsche Mineralogische Gesellschaft Prof. Jens Götze für seine international anerkannte Forschung, sein herausragendes Engagement in der Lehre und seinen erfolgreichen Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.

Prof. Jens Götze begann 1980 das Studium der Mineralogie/Geochemie an der TU Bergakademie Freiberg. Sein Studium schloss er 1985 mit einer Diplomarbeit über Mineralogie und Geochemie von Aerosolen (Umweltstäuben) ab. Anschließend blieb er der Bergakademie treu und promovierte 1989 über die „Eduktanalyse Quarzsand Hohenbocka“. Damit begann seine bis heute andauernde Forschung zu Quarz und SiO₂-Modifikationen. Trotz der Umbrüche der politischen Wende gelang es ihm, seine wissenschaftliche Laufbahn an der TU Bergakademie Freiberg fortzusetzen, seit 1992 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Mineralogie, ab 2005 als außerplanmäßiger Professor. 1999 habilitierte er sich mit der Arbeit „Cathodoluminescence Microscopy and Spectroscopy in Applied Mineralogy“.

In der universitären Lehre engagierte sich Jens Götze mit großem Erfolg. Bis zu seiner Pensionierung hielt er Vorlesungen zur Technischen Mineralogie, Polarisationsmikroskopie, Mineralsynthese und weiteren Themen und wurde von den Studierenden der Fakultät für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau als beliebtester Hochschullehrer ausgezeichnet. Während seiner aktiven Zeit betreute er zahlreiche Qualifizierungsarbeiten und war als externer Gutachter für nationale und internationale Universitäten tätig. Aus seiner langjährigen Lehrtätigkeit gingen unter anderem die Lehrbücher „Einführung in die Angewandte Mineralogie“ (2017, seit 2023 auch in englischer Übersetzung) sowie „Physikalisch-chemische Mineralogie kompakt“ hervor, beide gemeinsam mit Matthias Göbbels, letzteres zusätzlich mit Werner Lieber.

Als einer der ersten Wissenschaftler arbeitete Jens Götze mit einem Heißkathoden-Kathodolumineszenz-Mikroskop und entwickelte sich rasch zu einem international führenden Experten auf dem Gebiet der Kathodolumineszenz, insbesondere von Quarz- und SiO₂-Mineralisationen. Einen Höhepunkt dieser Arbeiten bildet der 2018 erschienene „Atlas of Cathodoluminescence Textures“, der dem Ansatz der angewandten Mineralogie folgend sowohl natürliche Minerale als auch synthetische Materialien behandelt.

Ein von ihm im Rahmen des Berg- und Hüttenmännischen Tages (BHT) 2011 organisiertes internationales Kolloquium zum Thema „Mineralogy and Analytics of High-Purity SiO₂ Raw Materials“ brachte mehr als 50 Wissenschaftler aus zehn Ländern zusammen und deckte die gesamte Wertschöpfungskette von natürlichen Quarzrohstoffen bis zu deren Hightech-Anwendungen ab. Aus dieser außerordentlich erfolgreichen Veranstaltung entstand 2012 die Monografie „Quartz: Deposits, Mineralogy and Analytics“, seine zweite umfassende Monografie zu Quarz nach „Quarzrohstoffe“ (1994).

Jens Götze gelang es zudem, seine Leidenschaft für Achate mit seiner wissenschaftlichen Tätigkeit zu verbinden. Er veröffentlichte zahlreiche Fachartikel zur Achatforschung und schlug zugleich erfolgreich die Brücke zwischen wissenschaftlicher und populärwissenschaftlicher Vermittlung. Seine Beiträge fanden nicht nur in Fachzeitschriften, sondern auch bei Sammlern und einer breiteren Öffentlichkeit große Beachtung.

Mit seinen langjährigen und international anerkannten Forschungsarbeiten auf den Gebieten der Kristallsynthese, der Quarz- und SiO₂-Forschung sowie der Kathodolumineszenz, seinem herausragenden Engagement in der Lehre und seinem erfolgreichen Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit ist Prof. Jens Götze ein außerordentlich würdiger Träger der Georg-Agricola-Medaille der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft.

Robert Möckel & Axel Renno ∙ Dresden-Rossendorf