Abraham-Gottlob-Werner-Medaille –Für hervorragende wissenschaftlicheLeistungen

Medaillenträgerinnen und Medaillenträger

2012 – Bernard Wood

Thermodynamik des Erdinneren und Kristallgitterelastizität: Silberne Werner-Medaille für Prof. Bernard J. Wood für seine fundamentalen experimentellen Arbeiten zur Entstehung von Mantel, Kern und Magmen.

Bernard J. Wood ist ein herausragender Wissenschaftler, dessen Forschungsschwerpunkte die experimentelle und theoretische Petrologie, die Geochemie sowie die Mineralogie und die thermodynamischen Eigenschaften von Mineralen und Fluiden umfassen. Er gehört seit vielen Jahren zu den weltweit führenden Forschern auf diesen Gebieten und hat maßgeblich dazu beigetragen, moderne Konzepte der Physikalischen Chemie und Festkörperphysik in die Mineralogie und Petrologie einzuführen. Ein zentraler Schwerpunkt seiner Forschung liegt in der Bestimmung der thermodynamischen Eigenschaften von Mineralen, Mischkristallen und Fluiden bei hohen Drücken und Temperaturen, wobei er sowohl theoretische als auch experimentelle Ansätze verfolgt. Diese Eigenschaften nutzt er, um die Geochemie, Mineralogie und Entwicklung des Erdinneren zu verstehen.

Seine Arbeiten umfassen Pionierstudien zur Geobarometrie und Geothermometrie metamorpher Gesteine, zur Charakterisierung der Sauerstofffugazität im Erdmantel, zu Phasenbeziehungen im Erdmantel, zur Natur seismischer Diskontinuitäten, zu den elektrischen Eigenschaften von Mantelmineralen, zur Elementverteilung und Mantelschmelzbildung, zu den Eigenschaften von Fluiden im Erdmantel sowie zum Fluidtransport und zur Kinetik hydrothermaler Reaktionen. Darüber hinaus hat Bernard Wood durch die Bestimmung der Löslichkeit von Kohlenstoff, Schwefel und Silizium in flüssigen Metallen bei hohen Drücken wesentlich zur Diskussion über Ursprung und Zusammensetzung des Erdkerns beigetragen. Vor einigen Jahren entwickelte Wood gemeinsam mit seinem Kollegen John Blundy theoretische Modelle der Elementverteilung auf der Grundlage der Elastizität von Kristallgittern. Diese Modelle stellen einen bedeutenden Fortschritt für das Verständnis der Auswirkungen von Druck- und Temperaturänderungen auf die geochemische Entwicklung von Magmen während ihres Aufstiegs zur Erdoberfläche dar.