Gips ist das Mineral des Jahres 2026

Ein Mineral mit Geschichte – und Zukunft: Gips ist das Mineral des Jahres 2026. Warum dieser scheinbar alltägliche Rohstoff ein echtes Kreislaufwunder ist, zeigt ein genauerer Blick.

Altbewährt und hochaktuell – ein echtes Kreislaufmineral
 

Aus einer Pressemitteilung der Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie e.V. (VFMG):

Mit dem neunten Mineral des Jahres rückt ein Werkstoff in den Fokus, der die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet – Gips. Bereits in der Jungsteinzeit wurde er als Baumaterial genutzt, später fand er Verwendung in Kunst, Architektur und Medizin .

Mineralogisch handelt es sich bei Gips um ein monoklin kristallisierendes Calciumsulfat-Dihydrat (CaSO₄·2H₂O). Das im Kristall gebundene Wasser bestimmt maßgeblich seine Eigenschaften und ist der Schlüssel zu seiner besonderen technischen Bedeutung. Durch kontrolliertes Erhitzen wird ein Teil dieses Wassers entfernt – der bekannte Baustoff Gips entsteht. Bei der späteren Verarbeitung wird Wasser erneut zugeführt, wodurch sich der Stoff wieder verfestigt .

Diese reversible Reaktion macht Gips zu einem nahezu idealen Kreislaufmaterial: Er kann wiederholt gebrannt, gemahlen und erneut eingesetzt werden, ohne dass seine grundlegenden Eigenschaften verloren gehen. Damit zählt Gips zu den wenigen mineralischen Rohstoffen, die nahezu unbegrenzt recycelbar sind. Zusätzlich wirkt das enthaltene Kristallwasser im Brandfall als natürlicher Flammschutz, was seine Bedeutung im Bauwesen weiter unterstreicht .

Auch aus mineralogischer Perspektive ist Gips bemerkenswert. Er bildet vielfältige Kristallformen – von mikroskopisch kleinen Aggregaten bis hin zu mehreren Metern langen Einzelkristallen. Besonders spektakuläre Funde stammen aus Naica in Mexiko, wo Gipskristalle von bis zu 15 Metern Länge nachgewiesen wurden

Die vollständige Pressemitteilung könnt ihr hier lesen.