Jahrestagungen –Treffpunkt für Forschung, Austauschund Zusammenarbeit

Vergangene Tagungen

Salzburg – 2011

Unter dem Motto „Crystals, Minerals and Materials“ fand in diesem Jahr die 89. Jahrestagung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft (DMG) an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg statt.

Unter dem Motto „Crystals, Minerals and Materials“ fand in diesem Jahr die 89. Jahrestagung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft (DMG) an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg statt. Erstmals wurde die Tagung in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Kristallographie (DGK) und wie schon mehrmals zuvor mit der Österreichischen Mineralogischen Gesellschaft (ÖMG) ausgerichtet. Das Themenspektrum war dementsprechend weit gestreut und wurde von einem abwechslungsreichen und sehr überdurchschnittlichen Angebot an Exkursionen (Wolfram-Lagerstätte Felbertal, Variskische Granite der Böhmischen Masse, Alpine Metamorphose im Tauernfenster) und Workshops (Kalorimetrie in den Geowissenschaften, Neutronenstreuung für Kristallographen) umrahmt.

Sofern das Tagungsgebäude ausfindig gemacht werden konnte, bot die angenehme Atmosphäre mit kurzen Wegen und zentralen Kreuzungspunkten ein ideales Umfeld für angeregte Diskussionen. Unter den 350 Teilnehmern hielten 147 einen Vortrag, und 184 Posterbeiträge wurden präsentiert. Die Qualität der Beiträge war beachtlich hoch. Sehr gut besucht war der öffentliche Vortrag des Physik-Nobelpreisträgers Johannes Georg Bednorz, der seine Heimat in der Mineralogie durch sein reges Interesse auf den Poster-Sessions unterstrich. Für Gesprächsstoff sorgten die konkret gewordenen Fusionsbestrebungen einiger Geo-Verbände, welche die DMG zu einer eigenen Positionierung zwingen.

Die Posterpräsentationen waren auf eine Stunde pro Tag begrenzt und durchweg gut besucht. Die Poster standen in zwei räumlich getrennten Bereichen, was aber offensichtlich gut verstanden wurde. So entwickelte sich ein reger wissenschaftlicher Austausch, der den Postern einen wichtigen Rang im wissenschaftlichen Programm sicherte. Der Bierausschank mag seinen Teil dazu beigetragen haben. Kaffee gab es auch.

Die Präsenz der DGK zeigte sich deutlich durch die hohe Anzahl an Symposien und Postern kristallographischer Richtung. Eine größere Zahl an petrologisch und vor allem geochemisch orientierten Beiträgen hätte dem Programm sicherlich nicht geschadet. Die ausgezeichneten Plenarvorträge rundeten das wissenschaftliche Programm ab.

Das nahegelegene Schloss Hellbrunn und die angrenzenden Parkanlagen lieferten eine sehr schöne Kulisse. Viele Teilnehmer nutzten das ausgezeichnete Wetter, um Salzburg zu erkunden. Der Gesellschaftsabend im Stiegl-Keller hätte kürzere Warteschlangen verdient gehabt. Die sonstige Organisation war hervorragend und zeigte den großen Einsatz der Veranstalter, ohne die eine solch angenehme und sehr gelungene Tagung nicht möglich gewesen wäre.

 

Moritz Liesegang (FU Berlin)