An der GeoMünster 2019 Konferenz mit dem Titel „Earth! Past, Present, Future“ nahmen knapp über 600 nationale und internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer teil, wobei Studentinnen und Studenten mit einer hohen Anzahl von 175 vertreten waren. Die GeoMünster 2019 bot ein vielfältiges Programm mit etwa 500 Präsentationen in 50 verschiedenen Sessions die 13 wissenschaftliche Themen umfassten. Zudem wurde ein Pre-Konferenz Short Course am Samstag über „Accretionary prisms in subduction earthquake cycles“ angeboten, sowie zwei Feldexkursionen am Sonntag, die die Quartäre- und Kreideformationen des Münsterlandes thematisierten.
Die GeoMünster 2019 wurde am Sonntagabend mit einer Icebreaker-Party im Zelt vor dem Schloss der Universität Münster eröffnet. In entspannter Atmosphäre und bei spätsommerlichen Temperaturen versammelten sich zahlreiche Teilnehmer/innen im und vor dem Zelt. Auch die restliche Konferenz verlief vorwiegend bei gutem Wetter, sodass der von der Organisation zur Verfügung gestellte Regenschirmautomat kaum benötigt wurde.
Das wissenschaftliche Programm startete am Montagmorgen mit Einzelvorträgen in acht parallelen Sessions und wurde nach der Kaffeepause mit Vorträgen in zehn parallelen Sessions fortgesetzt. Aufgrund der Renovierung des Schlosses war die Konferenz leider in fünf Gebäuden verteilt, was das Wechseln zwischen den Sessions erschwerte. Dies war bedauerlich, da häufig thematisch ähnliche Vorträge sich überschnitten, sowie die hohe Anzahl an renommierten internationalen, aber auch nationalen Keynote Sprechern einen leichteren Wechsel zwischen den Sessions wünschenswert machten. Nach der Mittagspause erfolgte die offizielle Eröffnung durch Prof. Dr. Heinrich Bahlburg (WWU Münster) gefolgt von dem Plenarvortrag von Marin K. Clark (University of Michigan, USA) mit dem Thema „Building Earth’s highest topography: lessons learned from the Indo-Asia mega-orogeny.“ Marin K. Clark präsentierte in ihrem Vortrag neue Erkenntnisse über die Prozesse der Gebirgsbildung am Beispiel des Himalayas, die durch detaillierte Geländearbeiten und umfangreiche petrografische und geochronologische Analysen gewonnen wurden. Der erste Konferenztag endete mit der Postersession im Zelt, die durch Getränke und Appetizer begleitet wurde. Die gut besuchte Postersession regte zu weiteren wissenschaftlichen Diskussionen an und bot den Raum, um sich mit nationalen und internationalen Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Poster wurden bereits am Morgen angebracht und konnten sowohl in den Kaffeepausen als auch in der Mittagspause betrachtet werden, dennoch schienen die knapp anderthalb Stunden während der Postersession gerade auszureichen, um im dicht gedrängten Zelt zu den verschiedenen Postern zu gelangen und mit den Präsentatoren zu reden. Im Anschluss an das wissenschaftliche Programm gab es am Montagabend ein Science Slam, organisiert von den studentischen GeStEIN e.V. Organisatoren, sowie eine geführte Tour durch die historische Stadt Münster. Das wissenschaftliche Programm wurde am Dienstag mit interessanten Vorträgen in zehn parallelen Sessions fortgesetzt. Am Nachmittag präsentierte Craig Manning (University of California at Los Angeles, USA) in seinem Plenarvortrag „Fluids in the lower crust: deep is different“, wie beobachtete Anomalien in der Leitfähigkeit in der Unterkruste durch Änderungen in der Zusammensetzung von Mehrkomponenten Fluiden erklärt werden können. Die öffentliche Abendvorlesung von Prof. Colin Devey (GEOMAR, Kiel) mit dem Titel „Und dann verschwand ein Ozean – wie die geologische Geschichte der Erde unsere Zivilisation ermöglicht“ bot einen Überblick über die aktuellen Themen in den Geowissenschaften und rundete den zweiten Konferenztag ab. Auch der Mittwochvormittag und -nachmittag war wieder gut gefüllt mit interessanten Themen und Präsentationen. Der gut besuchte Plenarvortrag am Vormittag von Jim Head (Brown University, USA) „50 Years Since Apollo: The Earth in the Context of Solar System Exploration” bot einen Überblick über die Apollo Missionen und die daraus gewonnen Erkenntnisse und endete mit großem Beifall. Die Konferenz endete am Mittwochnachmittag mit der Abschlusszeremonie in der Aula im Schloss, bei der die Posterpreise der DGGV verliehen, den helfenden Akteuren im Hintergrund der Konferenz gedankt, sowie ein Überblick über die kommenden Tagungen gegeben wurde. Während der Konferenz fanden zudem die Mitgliederversammlungen der DMG und DGGV im Anschluss an die Postersessions am Montag- und Dienstagabend statt und boten gemeinsam mit den Preisverleihungen einen Einblick in die Aktivitäten der beiden wichtigen geologischen Gesellschaften in Deutschland.
Die GeoMünster 2019 bot ein interessantes und umfangreiches Programm, dass durch die Plenarvorlesungen und der öffentlichen Abendvorlesung gut abgerundet wurde und die Vielfalt der Geowissenschaften in Deutschland aber auch international darstellte. Die Größe der Konferenz begünstigte den wissenschaftlichen Austausch, sowie Diskussionen von aktuellen Forschungsergebnissen und bot den idealen Rahmen für junge Wissenschaftler/innen um Feedback und Anregungen für die eigene Forschung zu erhalten.
